Die Stadt des Kaffees

Triest: die Stadt des Kaffees

Kaffee, eine Seele Ort

Caffè luogo dell'anima
Die Geschichte mit den Landungen und dem Kaffeehandel, der durch das Freihandelspatent ab dem 18. Jahrhundert und die im letzten Jahrhundert eröffnete Börse belebt wurde. Die Wirtschaft mit dem wichtigsten Anlaufhafen des Sektors im Mittelmeerraum. Die Betriebe mit der vollständigen Verarbeitskette beginnend mit dem Trading bis zur Rösterei. Die Kultur mit ihren vielfachen täglichen Riten und Mythen, die die typisch mitteleuropäischen und historischen Lokale beleben.

Die Identifizierung mit dem Kaffee, der Triest so tief durchdringt, geht weit über die Geschichte und Wirtschaft hinaus. Kaffee ist für die Stadt kein Kaffeehaus, es ist kein schwarzes Pulver, es ist kein Kaffeetässchen, es ist keine tägliche Gebärde: Er ist ein Ort, an dem die Seele wohnt. Wo sonst als hier hätte sich ein Produkt so verwurzeln können, das so wenig wie sein Aroma greifbar ist, dessen Formen so vielfältig wie die Dutzend Länder sind, in denen er angebaut wird, das so umherfährt wie jene, die meist nicht die Erstgenannten sind, in denen er getrunken wird, das sich facettenreich in Bereichen wiederfindet, die von Chemie bis Kunst reichen. Wo, wenn nicht hier in dieser ungreifbarsten, vielfältigsten, quirligsten und facettenreichsten aller Städte?

Der Kaffee hat Triest nicht wegen seiner besonderen Identität erobert, sondern weil es so bewundernswert unbestimmbar ist, weil es so flüchtig wie das Aroma in der Tasse ist, so wandelbar wie in den Versen von Saba als widerspenstige Anmut verewigt, so schillernd wie ein Tag im Bora-Wind und die Salzluft, mit der die Jutesäcke auf den Schiffen kamen. Nur in einer Stadt, die ohne Zeit und Raum ist, in der nichts beginnt noch endet und man wirklich entscheidet, konnte ein Produkt ein Zuhause finden, das zeitenlos ist, keinen eigentlichen Grund hat, da zu sein, das keinen Nährwert hat, sich aber durch die Vereinigung von Schönheit und Eingebung, von Kultur und Lebensstil, täglichem habitus und die Liebe fürs Schöne abhebt.

Nur in einer nicht verzauberten Stadt mit rauen Umgangsweisen konnte die geselligste aller täglichen Gewohnheiten, die kultivierteste Form des Umherziehens, das uns tagsüber bei unseren kleinen Gebärden begleitet und in einem Tässchen gipfelt, Fuß fassen und gedeihen. Sie erzählen uns über den Wert der einfachen Dinge, aus denen unser Leben besteht, und die so unnütz wie alles wirklich Wichtige erscheinen.

Roberto Morelli