Unternehmungen

Rosandra-Tal

Einer der beliebtesten Spaziergänge der Triestiner, für Generationen Treffpunkt und Zeitvertreib, eines der meist beachteten Klettergärten Europas. Hier hat Emilio Comici, einer der größten und elegantesten Bergsteiger aller Zeiten seine ersten Schritte getan.
val_rosandra
Der Flusslauf Rosandra ist 15 km lang und entspringt in 413 m ü.d.M. in Slowenien. Er durchzieht das Karsthochland, umläuft den Carso-Berg, ergießt sich ins Tal und mündet schließlich in die Bucht von Muggia. Das Tal wird schon seit der Antike bewohnt und war über Jahrhunderte der Weg vom Karsthochland zum Meer, weshalb es Schauplatz unendlicher Kämpfe zwischen den Triestinern und Muggesanern war, die den Weg (Wegmarkierung 1 ehem. CAI - Italienischer Alpenverein - Nr.13) kontrollieren wollten, der auch unter dem Namen "Salzstraße" bekannt ist.

Über diesen Weg trotteten die "Mussolati", das sind die Eselskarawanen (triestinisch mus = Esel), die von Pese nach Zaule zogen, wo Getreide und Mineralien gegen Salz und Wein getauscht wurden.

Er ist sehr interessant unter geologischem (deutliches Beispiel für Karstbildung und Kalkfelsen und v.a. Flysch), botanischem, archäologischem und paläologischem (in einer Höhle wurden Reste von Höhlenbären gefunden), aber auch klimatischem Gesichtspunkt (mit Verweis auf den berühmten Sella della Bora (Bora-Joch), das fast wie ein Beschleunigungsdurchgang für den typischen triestiner Wind fungiert). Aus diesen Gründen wurde hier das Naturschutzgebiet des Rosandra-Tals errichtet.

val_rosandra_percorso
Startpunkt ist an der Berghütte Premuda, der am tiefsten gelegenen alpinen Berghütten Italiens). Man folgt dem Weg Nr. 1 (ehem. CAI 13) und geht zunächst am alten römischen Aquädukt (1. Jahr. n.Chr.) an der rechten Talseite entlang.
Nach einem langsamen Anstieg kann man die kahle Karstlandschaft und im Tal den Fluss Rosandra mit seinen Wassergruben und im Hintergrund den Wasserfall sehen.

An einer gewissen Stelle kommt man an eine Weggabelung, wo man rechts den wesentlich anstrengenderen Weg einschlagen kann, der zum Cippo Comici (Comici-Grenzstein) und zu Kirche Santa Maria in Siaris führt. Oder man geht nach links auf den ruhigen Hauptweg, auch "Weg der Freundschaft" genannt, der langsam am Hang ansteigt und den Ausflügler bis zum kleinen Dorf Bottazzo an der Grenze zu Slowenien bringt.

In diesem kleinen Ort leben seit der Antike Menschen, die bis 1934 Wassermühlen zur Getreidemahlung betrieben haben, deren Reste man noch sehen kann. Für lange Zeit war hier das Getreidemahlen der Haupterwerbszweig, weshalb auch fünf Mühlen errichtet wurden. Im Jahr 1934 wurde das Mahlen eingestellt, jedoch zeugen noch Reste einer noch heute sichtbaren Mühle kurz vor dem Ort von dieser Arbeit.

Bottazzo ist aber in heutiger Zeit auch für eine alte Osteria (Gasthof) bekannt, wo ein umwerfendes Gulasch mit Gnocchi (Klößchen) und andere Spezialitäten des Karstlandes zubereitet werden.

Auf der anderen Seite des Rosandra-Tals verlief bis noch vor wenigen Jahren eine Schmalspurbahn. In jüngster Zeit wurde diese Bahnstrecke in einen schönen und beeindruckenden Fahrradweg umgewandelt (Radfahrweg Giordano Cottur), der bis nach Erpelle (Hrpelje) in Slowenien führt.

Riserva Naturale della Val Rosandra
Bagnoli della Rosandra-Boljunec 507 - San Dorligo della Valle-Dolina (Trieste)
tel. +39 040 8326435 / +39 040 8329435


Folgen Sie uns auch auf